«Von den Kindern kann man leben lernen und selig werden.» Johann Wolfgang von Goethe
Naturheilkunde, Osteopathie, Schwangerschaft, Babys & Kinder
Eine gezielte Vorbereitung und Begleitung der Schwangerschaft auf diesen Ebenen kann das Wohlbefinden steigern, Komplikationen vorbeugen und die Geburt sowie die Rückbildung erleichtern.
Bereits in der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft spielt die ganzheitliche Gesundheit der Frau eine zentrale Rolle. Eine gezielte Unterstützung durch Osteopathie, eine ausgewogene Ernährung sowie die bedarfsgerechte Versorgung mit Mikro- & Makronährstoffen kann:
- den Hormonhaushalt regulieren
- den Zyklus stabilisieren
- Verspannungen oder funktionelle Blockaden im Beckenbereich lösen
- die Einnistung und Entwicklung des Embryos fördern
- und die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen
Während der Schwangerschaft helfen diese Maßnahmen, den Körper bestmöglich auf die Veränderungen vorzubereiten und Beschwerden zu lindern:
- Osteopathie kann Rückenschmerzen, Beckenbeschwerden, Verdauungsprobleme oder Atemeinschränkungen sanft behandeln und die Beweglichkeit des Gewebes verbessern.
- Eine vollwertige Ernährung liefert Energie und schützt Mutter und Kind vor Mangelerscheinungen.
- Mikronährstoffe wie Folsäure, Eisen, Omega-3-Fettsäuren und Jod unterstützen die Organ- und Gehirnentwicklung des Babys und stärken das Immunsystem der Mutter.
- Makronährstoffe (Proteine, gesunde Fette, komplexe Kohlenhydrate) sichern das Wachstum und die Stabilität des Stoffwechsels.
Eine gezielte Vorbereitung und Begleitung während der Schwangerschaft kann das Wohlbefinden steigern, möglichen Komplikationen vorbeugen und sowohl die Geburt als auch die Rückbildung erleichtern.
Säuglinge in Behandlung.
Als mögliche Ursachen für Beschwerden im Säuglingsalter gelten unter anderem eine ungünstige Lage im Mutterleib, Belastungen während der Geburt, erhöhter Druck auf den Schädel im Geburtskanal, ein verzögerter Geburtsverlauf oder ein Kaiserschnitt.
Im Säuglingsalter können beispielsweise Saugstörungen oder Stillprobleme auftreten, die das Gedeihen des Babys beeinträchtigen und den Aufbau des durch das Stillen entstehenden Immunschutzes erschweren. Im Bereich der Schädelbasis befinden sich Austrittsstellen wichtiger Hirnnerven, die das Saugen und Schlucken steuern. Funktionelle Einschränkungen in diesem Bereich können diese Prozesse negativ beeinflussen.
Ein osteopathischer Ansatz besteht darin, die Beweglichkeit der Strukturen im Bereich der Schädelbasis zu verbessern und so die physiologischen Abläufe zu unterstützen.
In den ersten drei Lebensmonaten leiden viele Babys an Koliken. Eine Ursache kann die physiologische Umstellung des Verdauungssystems sein – vom Stoffwechsel über die Nabelschnur im Mutterleib hin zur eigenständigen Verdauung nach der Geburt. Hinweise auf ausgeprägte Koliken sind übermäßiges Schreien, Unruhe, ein gekrümmter Körper, ein aufgeblähter Bauch sowie eine erhöhte Darmtätigkeit.
Bei sogenannten „Speikindern“ ist zunächst entscheidend, ob das Kind ausreichend an Gewicht zunimmt. Eine Gedeihstörung kann auf ernsthafte Ursachen wie eine Verengung der Speiseröhre hinweisen. Ein gewisses Maß an Spucken ist bei Säuglingen normal. Tritt dies jedoch regelmäßig und ausgeprägt auf, kann ein gastroösophagealer Reflux vorliegen. Dabei gelangt Mageninhalt zurück in die Speiseröhre und kann diese reizen. In manchen Fällen werden auch die Atemwege oder Stimmbänder beeinträchtigt, was sich beispielsweise in Husten, Heiserkeit oder wiederkehrenden Infekten äußern kann.
Mit zunehmendem Wachstum und der Entwicklung motorischer Fähigkeiten bessern sich viele dieser Beschwerden. Häufig bleibt jedoch ein ungünstiges Schlafverhalten bestehen.
Das sogenannte KISS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetriestörung) ist ein häufiges Thema in der osteopathischen Behandlung von Säuglingen. Es zeigt sich unter anderem durch eine einseitige Kopfhaltung oder eine überstreckte Körperhaltung. In einigen Fällen kann es durch die einseitige Belastung zu Verformungen des Schädels kommen, wodurch der Behandlungsbedarf deutlich wird.
Nicht selten suchen Eltern auch wegen unspezifischer Beschwerden wie Schlafstörungen oder übermäßigem Schreien Hilfe. Häufig wird dann von einem „Schreibaby“ gesprochen. Dabei handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um eine Beschreibung eines vermehrten Schreiens, dessen Ursachen unterschiedlich sein können. Häufig spielen Regulationsstörungen oder Anpassungsprozesse eine Rolle.
Als Orientierung gilt die sogenannte „3er-Regel“: Ein Säugling schreit mehr als drei Stunden täglich, an mehr als drei Tagen pro Woche, über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen. Die Ursachen können vielfältig sein und stehen häufig im Zusammenhang mit den zuvor beschriebenen funktionellen Störungen.
Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung selbst. Nicht für jeden Bereich besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d.h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.
Definitionen:
1 Kolik: krampfartige Leibschmerzen infolge krampfartiger Anspannungen eines Bauchhohlorgans, wie zum Beispiel des Darms mit Zug des Aufhängesystems dieses Organs und Reizung der dort verlaufenden Nerven
(Vgl. Badenhoop, K. et al., 1998, S. 840).
2 Gastroösophagealer Reflux: Rückfluss von Magenflüssigkeit in die Speiseröhre (Vgl. Badenhoop, K. et al., 1998, S. 1357)
3 KISS-Syndrom: Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung durch schmerzhafte Verspannungen des oberen Halses ausgelöstes Beschwerdebild bei Kindern (Vgl. H. Biedermann, 2007, S. 1), das unterteilt wird in KISS I und KISS II (Vgl. H. Biedermann, 2007, S. 18) - Bezüglich dieses Syndroms gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Studien.
4 KISS I: Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung I; Säuglinge bei denen der Kopf in einer fixierten Seitneigung schief steht (Vgl. H. Biedermann, 2007, S. 18) - Bezüglich dieses Syndroms gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Studien.
5 KISS II: Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung I; Säuglinge, die den Kopf häufig nach hinten überstrecken (Vgl. H. Biedermann, 2007, S. 18) - Bezüglich dieses Syndroms gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Studien.
Literaturverzeichnis:
Badenhoop, K. et al., Pschyrembel, 1998, 258, Berlin, Walter de Gruyter
Biedermann, H., KISS-Kinder, 2007, 3,Stuttgart, Thieme Verlag
