Migräne


Migräne - Fallbeispiel

 

Eine 24-jährige Patientin stellte sich mit seit mehreren Jahren bestehenden Migränebeschwerden in meiner Praxis vor. Die Migräneattacken traten mehrmals monatlich auf und waren begleitet von starker Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und ausgeprägter Erschöpfung. Zusätzlich berichtete die Patientin über Konzentrationsprobleme, schnelle mentale Ermüdung sowie ein insgesamt instabiles Energielevel. Die Patientin ernährte sich seit mehreren Jahren vegan.

 

Diagnostische Hinweise (Beispiel)

 

Im Rahmen der integrativen Diagnostik zeigten sich u. a.:

  • unzureichende Eiweißzufuhr mit daraus resultierendem Mangel an essentiellen Aminosäuren (Leber-, Gehirnfunktion)

  • ausgeprägter Omega-3-Fettsäuremangel

  • Selen und Jodmangel
  • Hinweise auf eine Glutensensitivität

  • niedriggradige entzündliche Aktivität

  • Hinweise auf eine erhöhte LPS-Belastung (Endotoxinbelastung Leber aus dem Darm)

  • Belastung der Leberfunktion

  • eingeschränkte Insulinsensitivität

  • sehr hohe Nahrungsfrequenz

Die Ernährung war stark kohlenhydratlastig mit hohem Anteil an Getreide und Hülsenfrüchten, bei gleichzeitig unzureichender Versorgung mit Fetten und Proteinen. Diese Konstellation kann sowohl den Energiestoffwechsel des Gehirns als auch entzündliche Prozesse beeinflussen und so Migräne begünstigen.

 

Therapeutischer Ansatz

 

Die Behandlung erfolgte integrativ mit Fokus auf Stoffwechsel, Ernährung und entzündliche Regulation.

 

Ernährung & Stoffwechsel

  • Anpassung der Makronährstoffverteilung

  • Reduktion der Nahrungsfrequenz zur Verbesserung der metabolischen Flexibilität

  • gezielter Einsatz von Kohlenhydraten

  • Erhöhung der Eiweißzufuhr zur Versorgung mit essentiellen Aminosäuren

  • Integration hochwertiger Fette, insbesondere Omega-3-Fettsäuren

  • Umstellung auf Pescetarismus (in diesem Fall nur Fisch & Meeresfrüchte)

Orthomolekulare Medizin

  • gezielte Ergänzung von Aminosäuren zur Unterstützung von Gehirn- und Leberstoffwechsel

  • Auggleich der Mikronährstoffe
  • Ausgleich von Fettsäuremängeln

  • Unterstützung entzündungsregulierender Prozesse

Darmgesundheit & Entzündung

  • Regulation des Mikrobioms

  • Reduktion der LPS-Belastung

  • Stabilisierung der Darmbarriere

  • Auslassversuch von Gluten bei klinischem Verdacht auf Sensitivität

Leber & Stoffwechsel

  • Unterstützung der Leberfunktion zur besseren Verarbeitung metabolischer und entzündlicher Prozesse

  • Entlastung durch angepasste Ernährung und Mikronährstoffe

Verlauf

 

Im Verlauf zeigte sich eine deutliche Reduktion der Migränefrequenz sowie eine Abschwächung der Intensität der Attacken. Zusätzlich verbesserten sich das Energielevel, die kognitive Leistungsfähigkeit sowie die allgemeine Belastbarkeit der Patientin. Wir haben es eine Weile ohne tierische Proteine versucht. Die deutlichsten Veränderungen stellten sich ein, nach dem wir uns auf eine Umstellung zu einer pescetarische Kost einigen konnten.


Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung selbst. Nicht für jeden Bereich besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d.h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.