Chronische Kopfschmerzen nach Schleudertrauma - Fallbeispiel
Ein 31-jähriger Patient stellte sich mit seit etwa acht Jahren bestehenden, wiederkehrenden Spannungskopfschmerzen in der Praxis vor. Die Beschwerden traten erstmals nach einem Autounfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule auf und bestanden seitdem in unterschiedlicher Intensität fort. Der Patient berichtete über einen konstant erhöhten Muskeltonus im Nackenbereich, wiederkehrende Kopfschmerzen sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Bisherige Behandlungen bestanden vor allem aus Physiotherapie und Massagen, die jeweils nur kurzfristige Linderung brachten.
Diagnostische Hinweise (Beispiel)
Ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule ist nicht ausschließlich als lokales, strukturelles Problem zu verstehen.
Vielmehr kann es zu einer Dysregulation des vegetativen Nervensystems kommen, da in diesem Bereich wichtige neurophysiologische Strukturen verlaufen, unter anderem:
Anteile des autonomen Nervensystems
Hirnnerven
Übergang zum Hirnstamm
Traumatische Ereignisse können dabei als Schutzmechanismus im Nervensystem gespeichert werden und zu einer anhaltenden Spannungs- und Überaktivierung führen.
Therapeutischer Ansatz
Die Behandlung erfolgte integrativ mit der Kombination aus manuellen und neuroregulatorischen Verfahren.
gezielte Mobilisation der Wirbelsäule
Lösung funktioneller Blockaden
Regulation muskulärer und faszialer Spannungsmuster
Integration von EMDR-Techniken während der Behandlung
Verarbeitung des im Nervensystem gespeicherten Traumas
Auflösung dysregulierter Schutzmechanismen
Ziel war es, nicht nur die strukturelle Ebene zu behandeln, sondern auch die neurovegetative Fehlregulation nachhaltig zu lösen.
Verlauf
Bereits nach 2 Sitzungen zeigte sich eine deutliche Reduktion der Kopfschmerzen sowie eine Verbesserung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Im weiteren Verlauf von 2 weiteren Sessons wurde der Patient vollständig beschwerdefrei.
Einordnung
Dieses Fallbeispiel zeigt, dass chronische Kopfschmerzen nach einem Schleudertrauma häufig nicht ausschließlich muskulär oder strukturell bedingt sind. Erst durch die Kombination aus Osteopathie und Regulation des Nervensystems kann eine nachhaltige Verbesserung erreicht werden.
Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung selbst. Nicht für jeden Bereich besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d.h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.
