ADHS - Fallbeispiel
Ein 11-jähriger Junge wurde mit der Diagnose ADHS in der Praxis vorgestellt. Die Eltern berichteten über Konzentrationsprobleme, innere Unruhe sowie eine schnelle Reizbarkeit. Zusätzlich viel eine ausgeprägte mentale und körperliche Ermüdbarkeit auf. Der Junge wirkte phasenweise antriebslos und erschöpft, trotz gleichzeitig hoher motorischer Aktivität. Ernährungsanamnestisch zeigte sich ein deutlich ungünstiges Muster mit hoher Kohlenhydratzufuhr, häufigem Essen sowie einem nahezu vollständigen Verzicht auf Fisch und andere Omega-3-reiche Lebensmittel.
Diagnostische Hinweise (Beispiel)
Im Rahmen der integrativen Diagnostik zeigten sich u. a.:
Mangel an B-Vitaminen (insbesondere B6, B12)
niedrige Spiegel von Zink, Selen und Jod
Vitamin-D3-Mangel
stark verschobene Fettsäurenbalance mit ausgeprägtem Omega-3-Defizit
Hinweise auf eine reduzierte Insulinsensitivität
eingeschränkte metabolische Flexibilität
verminderte Diversität des Mikrobioms (Darm - Gehirn - Achse)
Hinweise auf eine niedriggradige entzündliche Aktivität
allergische Reaktionslage
mögliche Glutensensitivität
Aus neurobiologischer Sicht zeigte sich ein reduzierter Zugang zu alternativen Energiequellen im Gehirn (Fette, Ketone, Laktat), was die kognitive Leistungsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen kann.
Therapeutischer Ansatz
Die Behandlung erfolgte integrativ mit dem Ziel, Stoffwechsel, Nervensystem und Mikrobiom nachhaltig zu regulieren.
gezielter Ausgleich von Mikronährstoffmängeln (B-Vitamine, Zink, Selen, Vitamin D3, Jod)
Unterstützung der neuronalen Funktion und Neurotransmitterbalance
schrittweise Umstellung der Ernährung
Reduktion schnell verfügbarer Kohlenhydrate
gezielter Einsatz von Kohlenhydraten je nach Bedarf
Förderung der metabolischen Flexibilität
Integration hochwertiger Fette (insbesondere Omega-3-Fettsäuren)
Unterstützung der Ketonkörperbildung als alternative Energiequelle für das Gehirn
Aufbau einer gesunden Darmflora
Verbesserung der Schleimhautintegrität
Reduktion entzündlicher Prozesse
sanfte Reduktion des Körperfettanteils
Verbesserung der Insulinsensitivität
kindgerechte Entspannungstechniken
gezielte Bewegungsprogramme zur Regulation des Nervensystems
Strukturierung des Alltags
Reduktion bzw. Auslassversuch von Gluten aufgrund klinischer Hinweise auf Sensitivität
Verlauf
Im Verlauf zeigte sich eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, eine stabilere Energie im Alltag sowie eine Reduktion der inneren Unruhe. Auch die Schlafqualität und Belastbarkeit konnten gesteigert werden.
Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie ist es, dem Kind und den Eltern zu vermitteln, dass ADHS nicht bedeutet, „falsch“ oder „krank“ zu sein. Vielmehr handelt es sich um eine besondere Funktionsweise von Gehirn und Stoffwechsel, die unter bestimmten Bedingungen aus dem Gleichgewicht geraten kann. Durch die gezielte Unterstützung mit den richtigen Nährstoffen, einem angepassten Lebensstil und einer Regulation von Stoffwechsel und Nervensystem kann das Kind lernen, seine individuellen Stärken besser zu nutzen und zu entfalten.
Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung selbst. Nicht für jeden Bereich besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d.h. evidenzbasierten Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit belegen.
